Prostatitis – So äußert sie sich und das können Sie tun!

Prostatitis – Symptome, Ursachen, Behandlung

Bei einer Prostatitis handelt es sich um eine Entzündung der Prostata. Unter einer Prostatitis leiden 10 – 15 % aller Männer einmal in ihrem Leben. Die Prostata kann sich in jedem Alter entzünden, allerdings am häufigsten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Es gibt verschiedene Formen, weshalb die Behandlung immer von der Art der Entzündung und der Intensität der Schmerzen abhängt.

 

  1. Symptome
  2. Ursachen und Formen
  3. Behandlung

 

Symptome

Prostata: Kurzer Überblick

Bei der Prostata handelt es sich um die männliche Vorsteherdrüse. Sie gehört mit den Hoden zu den Fortpflanzungsorganen des Mannes. Die Prostata befindet sich direkt unterhalb der Harnblase und umschließt den Anfang der Harnröhre. Die Hauptaufgabe der Prostata ist die Produktion des Prostatasekrets. Dies ist wichtig für die Bewegungsfähigkeit der Spermien.

 

Die Abbildung zeigt auf der linken Seite eine gesunde Prostata. Auf der rechten Seite ist eine Prostata abgebildet, welche von einer Prostatitis betroffen ist. Die Prostata ist vergrössert und drückt dadurch auf die Harnröhre. Dies führt dazu, dass der Patient beim Wasserlassen unter Schmerzen leidet und seine Harnblase nicht vollständig entleeren kann.

Bei einer Prostatitis machen sich verschiedene Symptome bemerkbar, welche zum Teil auch bei einem Prostatakarzinom (Prostatakrebs) auftreten können.

Deshalb ist es wichtig, die Prostata bei anhaltenden Schmerzen beim Wasserlassen oder anderen Auffälligkeiten von einem Urologen untersuchen zu lassen.

Auch variiert die Intensität der Schmerzen von Mann zu Mann. Es gibt verschiedene Arten einer Prostatitis, weshalb eine Form mehr schmerzhafter sein kann als eine andere. Zudem müssen auch nicht alle genannten Symptome beim Betroffenen auftreten.

 

Symptome bei einer akuten bakteriellen Prostatitis

Bei einer akuten Prostatitis können sich folgende Symptome bemerkbar machen:

  • Fieber,
  • Schüttelfrost,
  • Brennen beim Wasserlassen,
  • abgeschwächter Harnstrahl,
  • verstärkter Harndrang,
  • Schmerzen bei oder nach der Ejakulation und
  • Schmerzen im Damm- und Rückenbereich und in der Blase.

 

Diese Entzündung der Prostata wird von Bakterien verursacht und der Betroffene leidet an starken Beschwerden. Meist treten diese plötzlich auf und ähneln den Beschwerden einer Blasenentzündung.

 

Symptome bei einer chronisch bakteriellen Prostatitis

Anders als bei der akuten Prostataentzündung, sind die Symptome bei einer chronischen Prostatitis milder und die Beschwerden sind weniger stark ausgeprägt.

Symptome, welche bei einer chronischen Prostatitis auftreten können, sind:

  • Schmerzen bei oder nach der Ejakulation,
  • Schmerzen oder ein Druckgefühl im Unterbauch, Dammbereich oder an den Hoden,
  • häufiges Wasserlassen,
  • abgeschwächter Harnstrahl,
  • erschwertes Wasserlassen,
  • Blut im Sperma oder im Urin,
  • eine erektile Dysfunktion und Veränderungen der Sexualfunktion.

 

Ursachen und Formen

Die Prostatitis kann in verschiedene Formen eingeteilt werden. Je nach Form der Prostatitis gibt es einen anderen Auslöser für die Entzündung der Prostata.

 

Akute bakterielle Prostatitis

Die akute bakterielle Prostatitis wird durch Bakterien verursacht. Die Bakterien können sich entweder über die Harnwege oder das Blut ausbreiten und dadurch in die Prostata gelangen. Es gibt verschiedene Arten von Bakterien, die so eine Entzündung verursachen können. Die häufigste Art sind Darmkeime auch Escherichia Coli-Bakterium genannt. Diese treten im menschlichen Darm auf und gelangen meist durch die Harnröhre in die Prostata.

Auch beim Geschlechtsverkehr können Bakterien in die Harnröhre eindringen und eine Vorhautverengung fördert die Keimbildung und macht es den Bakterien leichter, in die Harnwege hineinzugelangen.

Eine Entzündung der Nebenhoden oder der Samenblasen kann auch dazu führe, dass sich die Bakterien über die Samenwege verbreiten und in die Prostata gelangen. Das sich Bakterien aus anderen Stellen im Körper durch die Blutbahn ausbreiten und eine Prostatitis auslösen, ist eher selten, kann aber auch vorkommen.

 

Chronische bakterielle Prostatitis

Die chronische bakterielle Prostatitis wird, wie die akute Prostatitis, von Bakterien verursacht. Diese breiten sich oft über die Samenwege, Harnröhre oder die Blutgefäße aus und gelangen dadurch in die Prostata.

Wenn bei dem Patienten eine Infizierung diagnostiziert wurde und die Krankheitssymptome über 3 Monate vorhanden sind, spricht man von einer chronisch bakteriellen Prostatitis. Die Bakterien entgehen der Abwehr des Immunsystems und siedeln sich dadurch für längere Zeit in der Prostata an. Eine chronische Prostataentzündung kann auch die Folge eines nicht ausgeheilten Harnwegsinfektes sein.

Meist erfordert die Behandlung dieser Form der Prostatitis die mehrwöchige Einnahme von Antibiotika.

 

Chronisches Beckenschmerzsyndrom / Chronische Prostatitis

Wenn über mindestens 3 Monate Schmerzen im Bereich des Beckens, der Genitalien und der Prostata auftreten und keine Infektion oder Veränderungen der Prostata vorliegen, spricht man von einer chronischen Prostatitis.

Die genauen Ursachen für die chronische Prostatitis sind noch nicht geklärt.

Mehrere Faktoren können die Ursache für diese Art der Erkrankung sein. Dazu zählen Infektionen, das Erbgut, Veränderungen von Nerven und Muskeln und eine Erkrankung des Immunsystems.

Eine weitere Ursache kann eine Störung bei der Entleerung der Blase sein. Durch solch eine Störung vergrößert sich das Volumen der Harnblase, weshalb diese nach einiger Zeit auf die Prostata drückt und das Gewebe schädigt. Dies kann eine Entzündung zur Folge haben.

Zudem kann es sein, dass es in der Umgebung der Prostata eine Nervenreizung gibt, welche Schmerzen verursacht. Diese Schmerzen können irrtümlicherweise auf die Prostata zurückgeführt werden.

 

Körperliche Ursachen

Eine Prostatitis kann auch durch verengte Harnwege hervorgerufen werden. Durch zu enge Harnwege wird der Urin zurückgedrängt und kann nicht vollständig abfließen. Gelangt der Urin in die Prostata, kann das zu einer Entzündung kommen. Zudem kann eine Störung der Beckenbodenmuskulatur die Entstehung fördern.

 

Psychische Ursachen

Es ist auch nicht auszuschließen, dass psychische Ursachen eine Rolle bei der Entstehung einer Prostatitis spielen. Insbesondere bei einer chronischen Prostatitis beeinflussen psychische Symptome, wie Depressionen und Ängste eine Entstehung einer Prostataentzündung. Allerdings sind die genauen Gründe noch unbekannt.

 

Behandlung

Die Form und Dauer der Behandlung einer Prostatitis richtet sich nach der, vom Arzt erstellten, Diagnose.

 

Medikamentöse Behandlung

Bei einer akuten bakteriellen Prostatitis und einer leichten Erkrankung werden vom Arzt Antibiotika verschrieben. Diese muss der Erkrankte meist über 10 Tage hinweg einnehmen.

Wenn jedoch eine chronisch bakterielle Prostatitis vorliegt, müssen die Medikamente meistens über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen eingenommen werden.

Um einen Rückfall zu verhindern, wird empfohlen die Antibiotika auch noch nach dem Ablassen der Schmerzen zu nehmen. Zudem werden entzündungshemmende, krampflösende, durchblutende und schmerzhemmende Medikamente verschrieben.

Bei einem chronischem Beckenschmerzsyndrom helfen Antibiotika meist nicht. Deshalb werden hier 5α-Reduktasehemmer oder pflanzliche Arzneimittel verschrieben. Um die medikamentöse Behandlung zu unterstützen, wird meist auch eine physikalische Therapie verordnet.

 

Physikalische Therapie

Bewegungstherapie, Beckenbodengymnastik und eine regelmäßige Prostatamassage gehören zu der Therapie dazu. Eine Nervenstimulation, Elektroakupunktur und Verhaltenstherapie können vom Arzt auch empfohlen werden.

 

Symptomatische Behandlung

Bei einer symptomatischen Behandlung wird nicht die Ursache behandelt, sondern nur die die Symptome. Um die Beschwerden zu lindern, werden Wärmekissen, Wärmflaschen und schmerzstillende Medikamente empfohlen. Diese sollen den Rücken und den Unterbauch entspannen. Zudem wird davon abgeraten Fleisch, Zucker und Fette zu sich zu nehmen und den Beckenboden zu trainieren.

 

Zusammenfassung

Es gibt verschiedene Formen der Prostatitis. Je nach Form treten unterschiedliche Symptome auf und die Intensität der Schmerzen ist verschieden. Symptome, welche auftreten können, sind Probleme beim Wasserlassen, ein Druckgefühl in der Prostata, im Beckenbereich oder im Darm, eine Verfärbung des Ejakulats und Fieber.

Bei einer akuten bakteriellen Prostatitis wird oft eine Behandlung mit Antibiotika verschrieben, um die Bakterien abzutöten und den Übergang in eine chronische Prostatitis zu verhindern.

Bei einer chronischen Prostatitis dauert der Heilungsprozess länger an und kann den Betroffenen über viele Jahre hinweg belasten.

Um eine Diagnose zu erstellen, führt ein Urologe meist unterschiedliche Tests durch. Je nach Art und Schwere wird dann geschaut, welche Behandlung am meisten effektiv wäre.