Prostatakrebs – Das sollten Sie wissen

Das Prostatakarzinom – Symptome, Ursachen, Behandlung

Das Prostatakarzinom (Prostatakrebs) bezeichnet den bösartigen Tumor in der Vorsteherdrüse (Prostata) des Mannes. Prostatakrebs zählt zu den häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen bei Männern. Es gib in Deutschland bis zu 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Da der bösartige Tumor langsam wächst, unterscheidet sich diese Krebsart von anderen. Bei einer frühzeitigen Diagnose gibt es eine gute Heilungschance.

Anders als bei der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) dringen beim Prostatakarzinom die bösartigen Tumore in das Gewebe ein und zerstören es. Sie breiten sich auch in benachbarte Gewebe aus und lassen Metastasen (Tochtergeschwülste) heranwachsen.

  1. Symptome
  2. Ursachen
  3. Krankheitsverlauf
  4. Behandlung

 

Symptome

Prostata: Kurzer Überblick 

Bei der Prostata handelt es sich um die männliche Vorsteherdrüse. Sie gehört mit den Hoden zu den Fortpflanzungsorganen des Mannes. Die Prostata befindet sich direkt unterhalb der Harnblase und umschließt den Anfang der Harnröhre. Die Hauptaufgabe der Prostata ist die Produktion des Prostatasekrets. Dies ist wichtig für die Bewegungsfähigkeit der Spermien.

Die Abbildung zeigt die Prostata mit einem bösartigen Tumor. Dieser Tumor ist schon weit vorangeschritten und verursacht deshalb eine Verengung der Harnröhre, was zu Problemen und Schmerzen beim Wasserlassen führen kann.

Im Frühstadium gibt es keine typischen Symptome, welche auf ein Prostatakarzinom hinweisen. Deshalb ist es wichtig, ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig zu einer Vorsorgeuntersuchung einen Urologen aufzusuchen.

Symptome, welche sich bei fortgeschrittenem Prostatakrebs bemerkbar machen, sind:

  • ein verstärkter Harndrang,
  • Probleme beim Wasserlassen,
  • Blut im Urin,
  • Blut im Sperma,
  • Schmerzen bei der Ejakulation
  • oder Knochenschmerzen.

Meist geht ein Prostatakarzinom von den äußeren Prostatadrüsen aus und neigt zu Metastasen (Tochtergeschwülste) in den Lymphknoten und Knochen.

Metastasen sind oft die größte Gefahr bei einer Krebserkrankung. Krebs kann sich auch in anderen Teilen des Körpers verbreiten. Dies geschieht durch sich vom Tumor lösende Zellen, welche sich dann in anderen Stellen des Körpers einnisten. Diese Ansammlungen von Zellen eines Tumors in anderen Orten des Körpers werden als Metastasen bezeichnet.

 

Ursachen

Alter

Der größte Risikofaktor bei Prostatakrebs ist das Alter. 80 % der Männer die älter als 60 Jahre sind, werden mit einem Prostatakarzinom diagnostiziert. Bei Männern die nur 40 Jahre alt sind, liegt das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken hingegen nur bei 0,1 %.

 

Genetische Veranlagung

Wenn in der näheren Verwandtschaft schon einmal jemand Prostatakrebs hatte, verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit auch an einem Prostatakarzinom zu erkranken. Außerdem besteht die Möglichkeit schon früher als dem 50. Lebensjahr an Prostatakrebs zu erkranken. Da Prostatakrebs durch beide Elternteile weitervererbt werden kann, ist es ratsam, beide Eltern zu fragen, ob Prostatakrebs schon einmal in der näheren Verwandtschaft aufgetreten ist. Zudem sollte man in Erwägung ziehen, schon ab dem 40. Lebensjahr zu einer Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

 

Ernährung

Es ist noch nicht ganz bewiesen, ob die Ernährung die Entstehung von Prostatakrebs fördert. Jedoch weiß man, dass Übergewicht das Risiko Krebs zu bekommen erhöht. Deshalb ist es wichtig auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten. Bewiesen ist allerdings, dass es eine Verbindung zwischen Rauchen und Prostatakrebs gibt.

 

Hormone

Welche Rolle Hormone bei der Entstehung von Prostatakrebs genau spielen, ist noch nicht vollständig geklärt. Allerdings ist inzwischen bekannt, dass das Sexualhormon Testosteron das Wachstum von Prostatakrebszellen fördert. Testosteron ist für die Funktion der Prostata sehr wichtig. Es wird in der Vorsteherdrüse produziert und umgewandelt. Männer, welche im jungen Alter einen Hodenverlust erlitten haben, erkranken sehr selten an Prostatakrebs. Deshalb ist das Hormon Testosteron, auf eine den Ärzten bis jetzt noch unbekannte Weise, an der Entstehung von Prostatakrebs beteiligt.

 

Krankheitsverlauf

Um Prostatakrebs richtig behandeln zu können, ist es wichtig herauszufinden, in welchem Stadium sich der Krebs befindet. Dadurch kann der Arzt ungefähr abschätzen wie die Krankheit verlaufen könnte und kann dadurch die richtige Behandlungsform auswählen. Welche Art der Behandlung angewandt wird, hängt von 2 Faktoren ab:

  • von der Größe des Tumors (Tumorstadium) und
  • von der Wahrscheinlichkeit, ob er noch wächst.

Diese 2 Faktoren können durch verschiedene Untersuchungen wie dem Abtasten der Prostata, der Untersuchung der Prostata durch einen Ultraschall und durch die Ermittlung des PSA-Wertes ermittelt werden.

 

 

1. Stadium

Im ersten Stadium ist der Primärtumor zu sehen. Der Primärtumor ist der ursprüngliche Tumor aus welchem sich, beim fortgeschrittenen Krebs, die Metastasen bilden. Da der Tumor noch zu klein ist, erkennt man ihn durch einen Ultraschall oder durch das Abtasten der Prostata nicht. Deshalb wird meist Blut abgenommen, um den PSA-Wert zu ermitteln. Wenn dieser erhöht ist, wird eine Probe aus der Prostata entnommen. Dies dient dazu, auffallende Befunde abzuklären und herauszufinden, ob das Prostatagewebe von Krebszellen befallen ist.

 

2. Stadium

Der Tumor ist in diesem Stadium bei einem Ultraschall sichtbar und kann ertastet werden. Noch ist der Tumor auf die Prostata begrenzt und befindet sich in einem der beiden Prostatalappen. Der Tumor kann mehr als die Hälfte der einen Seite der Prostata einnehmen und sich mit der Zeit auf beide Hälften ausbreiten.

 

3. Stadium

Im 3. Stadium hat sich der Tumor schon deutlich mehr ausgebreitet. Mittlerweile ist er außerhalb der Prostata und ist schon in das umgebende Gewebe eingedrungen. Der Tumor kann auch schon in die Samenblase gewachsen sein.

 

4. Stadium

Der Tumor ist nun sehr weit vorangeschritten und breitet sich immer mehr in die benachbarten Organe aus. Die Harnblase ist mittlerweile auch betroffen und der Tumor wird sich ebenfalls in den Darm ausbreiten.

Zudem besteht die Gefahr, dass die bösartigen Zellen in die Lymphknoten eindringen und sich Metastasen in verschiedenen Bereichen des Körpers einnisten.

 

Behandlung

Es gibt unterschiedliche Formen der Behandlung für Prostatakrebs. Diese Formen hängen davon ab, wie bösartig und ausgedehnt der Tumor ist.

 

Tumor im Anfangsstadium

Strahlentherapie

Wenn der Krebs sich noch im 1. oder 2. Stadium befindet, können die Tumorzellen durch eine Strahlentherapie zerstört oder ihr Wachstum gebremst werden.

Ein anderer Begriff für die Strahlentherapie ist die Radiologie oder Radioonkologie. Bei den Strahlen handelt es sich um Röntgen- oder Elektronenstrahlen, welche die Tumorzellen beschädigen oder zerstören. Die Strahlentherapie wirkt lokal und wird auf mehrere Tage in mehreren Wochen verteilt. Diese Form der Therapie kann man auch mit anderen Formen kombinieren.

Der Tumor kann auch durch einen operativen Eingriff ganz entfernt werden.

Aktive Überwachung

Sollte der Tumor weniger bösartig und klein sein, könnte man auch in Erwägung ziehen, die Entwicklung des Prostatakarzinoms abzuwarten. Jedoch muss vor einer aktiven Überwachung ein MRT durchgeführt werden. Zudem muss der Patient regelmäßig zur Kontrolle des PSA-Werts beim Arzt erscheinen sowie mit einem regelmäßigen Abtasten der Prostata und Ultraschalluntersuchungen rechnen.

Erneute Entnahme von Gewebeproben ist auch sehr üblich.

Man kann sich auch mit Medikamenten behandeln lassen. Diese Art der Behandlung kann den Krebs allerdings nicht heilen.

 

Fortgeschrittener Prostatakrebs

Falls der Krebs jedoch schon etwas weiter vorangeschritten ist und sich im 3. oder 4. Stadium befindet, gibt es andere Möglichkeiten zur Behandlung.

Bestrahlung und Hormontherapie

Diese beiden Formen der Behandlung kann man miteinander kombinieren. Die Strahlen bremsen entweder das Wachstum der Tumorzellen oder zerstören diese.

Die Hormontherapie soll dem Tumor die männlichen Geschlechtshormone entziehen. Denn die Krebszellen brauchen Geschlechtshormone, um zu wachsen. Testosteron, welches zu Teilen in der Prostata produziert und umgewandelt wird, fördert die Entstehung von bösartigen Zellen besonders. Wenn diese Hormone jedoch entzogen werden, wird das Wachstum der Krebszellen gebremst und aufgehalten. Der Patient muss regelmäßig Tabletten einnehmen und für Spritzen in zeitlichen Abständen zum Arzt gehen. Diese Art der Behandlung heilt den Patienten nicht.

Radikale Prostatektomie

Bei einer radikalen Prostatektomie handelt sich um die Entfernung der Prostata.

Ziel einer radikalen Prostatektomie ist es, den Tumor vollständig zu entfernen, die Harnkontinenz des Patienten beizubehalten und zudem auch die Erektionsfähigkeit zu erhalten. Dieser Eingriff sollte allerdings nur durchgeführt werden, wenn die Ränder des entfernten Gewebes tumorfrei und keine Metastasen zu finden sind. Wenn dies der Fall ist, kann man den Tumor meist vollständig entfernen.

Vor einer radikalen Prostatektomie müssen bestimmte Tests durchgeführt werden. Dazu gehört die Untersuchung der Prostata mithilfe eines Ultraschalls, die Feststellung des PSA-Werts, der Gleason-Score und das Entfernen des Prostatagewebes zur Untersuchung.

Durch die sogenannte Schlüsselloch-Technik wurde die operative Technik zum Positiven verändert. Diese Technik führt zu weniger Schmerzen, kleineren Narben und verhilft dem Patienten zu einer schnelleren Erholung nach dem operativen Eingriff. Die radikale Prostatektomie wird immer mehr roboterassistiert durchgeführt. Die Vorteile hiervon sind ein geringerer Blutverlust während der Operation und eine kürzere Erholungsphase des Patienten.

Die Prostata ist operativ über 2 Wege erreichbar:

  1. von unten, über einen Hautschnitt am Darm
  2. und von oben, vom Bauch aus.

 

Jedes Verfahren hat seine Vorteile. Welches jedoch am Ende ausgewählt wird, hängt von dem Tumor, dem operierenden Arzt und letztendlich von der Entscheidung des Patienten ab.

 

Komplikationen

Wie nach jeder Operation kann es auch bei dieser zu Komplikationen kommen.

Nach einer radikalen Prostatektomie kommt es häufig zu einer Harninkontinenz. Der Grund dafür ist ein überlasteter oder geschwächter Schließmuskel am Blasenhals, welcher im Normalfall einen unfreiwilligen Urinverlust verhindert. Dies bezeichnet man als Belastungsinkontinenz. Bei Druck auf die Harnblase oder zu großer Belastung kann der Urin nicht gehalten werden, wodurch es zu einem unwillkürlichen Urinverlust kommt. Die Inkontinenz lässt sich auf verschiedenste Weise behandeln.

Einer der Behandlungsmethoden ist ein spezielles Beckenbodentraining.

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Eine erektile Dysfunktion und Inknotinenz nach einer radikalen Prostatektomie ist sehr häufig und tritt bei den meisten Männern auf. Gezieltes Beckenbodentraining kann die Rehabiliation dabei gut ergänzen.

Sprechen Sie bei einer erektilen Dysfunktion oder Inkontinenz auf jeden Fall mit Ihrem Arzt, damit dieser sich ein genaues Bild machen kann.

Da die Prostata und die Samenblasen nicht mehr vorhanden sind, welche eine Hauptfunktion bei der Herstellung der Samenflüssigkeit einnehmen, und die Samenleiter nicht mehr in der Harnblase münden, kann es beim Samenerguss zu einem trockenen Erguss kommen.

Es ist sehr empfehlenswert, einen Urologen für eine Vorsorgeuntersuchung aufzusuchen, da es keine frühzeitigen Anzeichen für ein Prostatakarzinom gibt. Um Prostatakrebs zu behandeln, gibt es verschiedene Möglichkeiten, über welche Sie sich mit Ihrem Urologen ausführlich unterhalten sollten.

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