Prostatavergrößerung – Symptome, Ursachen und Behandlung

Bei fast jedem Mann ab dem 50. Lebensjahr treten Veränderungen der Prostata auf. Eine dieser Veränderungen kann die gutartige Vergrößerung der Prostata sein. In der Medizin bezeichnet man dies als benigne Prostatahyperplasie (BPH). Es ist die häufigste gutartige Tumorerkrankung bei Männern.

  1. Symptome
  2. Ursachen
  3. Behandlungsmöglichkeiten

Symptome

Prostata: Kurzer Überblick

Bei der Prostata handelt es sich um die männliche Vorsteherdrüse. Sie gehört mit den Hoden zu den Fortpflanzungsorganen des Mannes. Die Prostata befindet sich direkt unterhalb der Harnblase und umschließt den Anfang der Harnröhre.

Durch wucherndes Prostatagewebe kommt es zu einer Verengung der Harnröhre. Deshalb haben bei einer Prostatahyperplasie fast alle Symptome mit dem Wasserlassen zu tun.

Diese Beschwerden werden als Benignes Prostata Syndrom (BPS) bezeichnet. Der Urin kann entweder nicht vollständig oder überhaupt nicht abfließen, weshalb sich die Harnblase nicht vollständig entleeren kann. Dadurch ist sie ständig am Überlaufen.

 

Diese Symptome sind typisch bei einer Prostatahyperplasie:

  • verstärkter Harndrang
  • plötzlicher Harndrang
  • nächtlicher Harndrang
  • Restharndrang
  • schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
  • unvollständige Blasenentleerung
  • tröpfelnder oder ganz ausbleibender Harnstrahl

Da die Prostatahyperplasie und das Prostatakarzinom (Prostatakrebs) dieselben Symptome haben, sollte man sich unbedingt bei einem Urologen untersuchen lassen. Eine Untersuchung dient nicht nur zur Erstellung einer Diagnose, sondern auch dazu, eine andere Erkrankung mit ähnlichen Symptomen auszuschließen.

 

Ursachen

Beschreibung

Wenn bei der Prostata ein gutartiger Tumor auftritt, bezeichnet man dies als benigne Prostatahyperplasie. Mit zunehmendem Alter vergrößert sich die Prostata häufig und kann am Ende ihr Normalgewicht von 20 Gramm vervierfachen. Anders als beim Prostatakarzinom (Prostatakrebs) breitet sich das vermehrende Gewebe jedoch nicht in andere Gewebe aus und bildet keine Metastasen (Tochtergeschwülste). Deshalb bezeichnet man die Prostatahyperplasie als gutartig.

Die genauen Ursachen für eine Prostatahyperplasie sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch scheinen Hormone eine wichtige Funktion zu haben.

Hormone

In der Prostata wird das männliche Sexualhormon Testosteron in sein aktivstes Zwischenprodukt Dihydrotestosteron umgewandelt. Im Alter verändert sich der Hormonhaushalt, insbesondere von Testosteron, und wird immer mehr eingestellt. Da Testosteron das Wachstum der Prostata fördert, gibt es Hinweise, dass dieses Hormon an der Entstehung einer Prostatahyperplasie mitverantwortlich ist.

Fehlfunktion des Immunsystems

Eine weitere Vermutung ist eine Fehlfunktion des Immunsystems.

Untersuchungen von Prostata-Gewebe einer vergrößerten Prostata haben gezeigt, dass fast immer entzündliche Veränderungen vorliegen. Da jedoch keine Verbindung zu einer bakteriellen Infektion vorliegt, wird eine Fehlfunktion des Immunsystems vermutet.

Erbliche Veranlagung

Viele Erkrankungen sind erblich veranlagt und dies ist auch der Fall bei einer Prostatahyperplasie. Wenn jemand in der Verwandtschaft bereits von einer vergrößerten Prostata betroffen war, steigt die Wahrscheinlichkeit auch an einer zu erkranken.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Mit der Zeit schreitet die gutartige Prostatavergrößerung immer mehr voran, wodurch sich die Symptome verschlimmern. Deshalb können sich in den unterschiedlichen Krankheitsstadien verschiedene Behandlungsmöglichkeiten positiv auf die vergrößerte Prostata auswirken.

Jedoch sollte erwähnt werden, dass nicht jede Prostatahyperplasie einer Therapie bedarf. Wenn keine Beschwerden vorliegen, reicht es zunächst abzuwarten und zu einer Kontrolle regelmäßig einen Arzt aufzusuchen.

 

IPSS

Falls jedoch Beschwerden vorhanden sind, benutzt der Arzt für die Ermittlung des Schweregrades der Symptome ein „International Prostata Symptom Score“ (IPSS). Der Patient wird zu 7 Prostata typischen Symptomen befragt und soll auf einer Skala von 0 bis 5 angeben, wie stark diese Beschwerde bei Ihm ausgeprägt ist. Das Gesamtergebnis kann maximal 35 Punkte betragen. Durch den IPSS alleine kann man allerdings keine Diagnose für eine Prostatahyperplasie erstellen. Deshalb werden fast immer weitere Untersuchungen vorgenommen.

 

Medikamente zur Behandlung

Wenn nur eine leichte Form einer benignen Prostatahyperplasie vorliegt und die Erkrankung sich erst im 1. Stadium oder am Anfang des 2. Stadiums befindet, reicht eine medikamentöse Behandlung meist aus. Es gibt verschiedene Medikamente, welche für eine Behandlung zur Verfügung stehen.

Zwei von diesen Medikamenten sind Pflanzenpräparate (Phytopharmaka) wie zum Beispiel Präparate mit Brennesselwurzel, Kürbissamen oder Sägepalme und α -Blocker, welche die Prostata und Harnröhre entspannen und somit den Harnfluss verbessern. Die Medikamente kann man auch untereinander kombinieren, jedoch ist das meist Medikament abhängig.

Da eine benigne Prostatahyperplasie langsam voranschreitet, kann man mithilfe von Medikamenten diesen Prozess meist verhindern und manchmal die vergrößerte Prostata sogar verkleinern. Falls die Prostatahyperplasie zu weit vorangeschritten ist, sollte man eine Operation in Erwägung ziehen. Es gibt verschiedene Arten die Prostata operativ zu entfernen oder zu verkleinern. Es ist allerdings Situationsabhängig welches Operative Verfahren angewendet wird.

 

TURP

Die transurethrale Resektion der Prostata (TURP) ist das häufigste Angewandte Verfahren bei einer operativen Behandlung einer benignen Prostatahyperplasie.

Hier wird ein kleines Röhrchen in die Harnröhre eingeführt. Über eine eingebaute Kamera kann man die Prostata erkennen und mithilfe einer Metallschlinge wird das vergrößerte Gewebe der Prostata schrittweise entfernt. Es kommt selten zu Nebenwirkungen.

 

TUIP

Wenn die Prostata noch nicht zu groß ist, wird meist die „transurethrale Inzision der Prostata“ (TUIP) angewandt. Dieses Verfahren ist fast identisch mit dem der TURP, jedoch wird nicht das vergrößerte Gewebe entfernt, sondern eingeschnitten. Dies findet zwischen dem Blasenhals und der Prostata statt um die Harnröhre ein wenig zu entlasten.

 

Laserverfahren

Ein weiteres Verfahren ist die Entfernung des vergrößerten Prostatagewebes durch Laserstrahlen. Das Gewebe wird durch die Laserstrahlen herausgeschnitten und beseitigt. Dieses Verfahren ist allerdings schwer zu meistern und bedarf deshalb viel Erfahrung.

 

Offene Operation

Wenn die beginge Prostatahyperplasie schon sehr weit vorangeschritten ist und keiner der oben aufgelisteten oder anderweitigen operativen Verfahren möglich sind, ist es am sinnvollsten die Prostata durch die Blase hindurch zu entfernen.

 

Vorbeugung einer benignen Prostatahyperplasie

Um eine benigne Prostatahyperplasie vorzubeugen, sollten sie nicht Rauchen und auf ihre Ernährung achtgeben, da Übergewicht und Zigaretten zu den größten Risikofaktoren einer begingen Prostatahyperplasie zählen.

Sport und ausgeglichene Bewegung helfen dabei eine gutartige Prostatavergrößerung vorzubeugen. Ein gesunder Lebensstil ist wichtig, um Ihren Körper fit zu halten.

Wir von Healthletics unterstützten Sie und stehen Ihnen stets zur Seite. Machen Sie sich fit, um einer Prostatahyperplasie entgegenzutreten oder Ihrem Körper den Heilungsprozess nach einer Operation zu erleichtern!

Mit unserem Beckenbodentraining können Sie auch präventiv Prostataproblemen entgegenwirken sowie Ihre Rehabilitation unterstützen.

Informieren Sie sich jetzt und starten Sie noch heute!