Erektionsstörungen – Das können Sie machen!

Erektile Dysfunktion

Erektionsstörungen: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Bei einer erektilen Dysfunktion handelt es sich um eine Funktionsstörung der Erektion (Gliedversteifung), auch Erektionsstörung oder Potenzstörung genannt. Dies bedeutet die Unfähigkeit, eine Erektion zu erreichen oder aufrecht zu erhalten. Diese Unfähigkeit muss seit über mindestens sechs Monaten bestehend sein, damit man von einer erektilen Dysfunktion sprechen kann. Die Ursache einer erektilen Dysfunktion ist oft eine psychische Beeinträchtigung, welche auch mit einer physischen Ursache verbunden sein. Die Ursache kann allerdings auch ausschließlich physischer Natur sein.

  1. Ursachen
  2. Untersuchung
  3. Behandlungsmöglichkeiten

 

Ursachen

Physische Ursachen

Die körperlichen Ursachen für eine erektile Dysfunktion sind vielfältig. Häufig tritt sie in Verbindung mit einer Allgemeinerkrankung auf. Sie kann auch eine Folge von Fehlbildungen sein oder nach einer Operation im Genitalbereich auftreten.

Einige der Ursachen sind

  • die Einnahme von Genussgiften wie Alkohol und Nikotin oder Drogen,
  • eine Herz- Kreislauferkrankung,
  • Nervenschäden,
  • Fehlbildungen,
  • eine gutartige Prostatavergrößerung,
  • die Erkrankung von Gehirn oder Rückenmark,
  • Stoffwechselkrankheiten und
  • die Einnahme von Medikamenten.

 

Psychische Ursachen

Eine erektile Dysfunktion, die mit psychischen Ursachen verbunden ist, tritt häufiger bei Männern unter 40 Jahren auf. Der größte Auslöser ist Stress. Auch wenn der Betroffene körperlich gesund ist, kann er aufgrund der psychischen Belastung unter einer erektilen Dysfunktion leiden.

Psychische Ursachen für Erektionsstörungen können

  • Stress im Arbeits- und Privatleben,
  • Auseinandersetzungen in der Partnerschaft,
  • Ängste, zum Beispiel Versagensängste,
  • ein geringes Selbstwertgefühl,
  • Leistungsdruck,
  • Traumatische sexuelle Erlebnisse oder
  • eine Depression sein.

 

Junge Männer leiden unter vermehrtem Stress und Konflikten in ihrem Leben, weshalb die Ursache bei dieser Altersgruppe meist psychisch bedingt ist.

Ab dem 50. Lebensjahr hat die erektile Dysfunktion Schätzungen zufolge meist körperliche Ursachen.

Wenn Sie unter einer schwerwiegenden Erkrankung der Psyche leiden oder unter konstantem und enormem Stress stehen, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Falls sowohl psychische als auch physische Ursachen Grund für Ihre Erektionsstörungen sind, ist eine Behandlung durch einen Arzt und eine Therapie sinnvoll. Durch die Kombination der Behandlungsmöglichkeiten ist es einfacher, die erektile Dysfunktion zu beheben.

Medikamente im Zusammenhang mit einer Psychotherapie können als eine Nebenwirkung auch Erektionsstörungen hervorrufen.

 

Untersuchung

Fragen beim Arztbesuch

Bei Ihrem Arztbesuch wird an erster Stelle Ihre Vorgeschichte ausführlich mit Fragen untersucht. Dies dient der Eingrenzung möglicher Ursachen. Fragen, welche Sie bei einem Arzttermin erwarten, betreffen Ihre psychische Situation, Ihr Sexualleben und Ihre Medikamenteneinnahme. Zudem erfragt der Arzt, ob eine Krankheitsgeschichte vorliegt. Das Wissen über Unfälle, Verletzungen, Ihren Alkoholkonsum, Ihre Rauchgewohnheiten und andere Erkrankungen hilft dem Arzt, die Ursache der erektilen Dysfunktion weiter einzugrenzen.

 

Körperliche Untersuchung

Nach den Fragen folgt eine körperliche Untersuchung. Der Blutdruck und der Puls werden gemessen und meist wird Blut abgenommen. Die Blutabnahme kann dabei helfen festzustellen, ob genug männliche Geschlechtshormone produziert werden und inwiefern eine Blutzuckerkrankheit (Diabetes) oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegt.

 

Nocturnale Tumeszenzmessung

Es ist wichtig festzustellen, wie stark die Erektionsfähigkeit noch ist. Aufgrund dessen wird die nächtliche Erektion gemessen. In der Medizin bezeichnet man diese Art der Untersuchung als Nocturnale Tumeszenzmessung. Eine Stoffmanschette wird vor dem Schlafengehen um den Penis gelegt. Ein Messgerät misst dann die Stärke, Dauer und Häufigkeit der Erektion in der Nacht.

 

Ultraschall

Ein Ultraschall wird in erster Linie bei einer Verletzung des Penis durchgeführt. Ein Ultraschall macht Vernarbungen im Schwellkörper sichtbar. Vernarbungen können die Durchblutung hemmen und den Penis verkrümmen, weshalb es wichtig ist, eine Ultraschall Untersuchung in Betracht zu ziehen.

 

Neurologische Untersuchung

Ihr Arzt kann auch die Funktionstüchtigkeit Ihrer Nervenleitungen untersuchen. Um die Reflexe zu testen, klopft der Arzt mit einem Hammer an die jeweilige Körperstelle. Dadurch kann dieser herausfinden, ob die Nervenbahnen noch einwandfrei funktionieren. Zudem werden der Penis und die Beine auf ihre Feinfühligkeit untersucht.

 

Röntgenuntersuchung

Eine Röntgenuntersuchung hilft bei der Feststellung von Verletzungen der Nervenleitungen und Blutgefäße. Diese Form der Untersuchung wird häufig bei einer vorhandenen Verletzung des Beckens angewandt. Solche Verletzungen können die Erektionsfähigkeit unterbinden.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig und richten sich individuell nach den Symptomen des Patienten und der daraus resultierenden Diagnose des Arztes.

Vordergründig ist es wichtig, alle Risikofaktoren zu verringern. Durch eine ausgewogene, gesunde Ernährung und regelmäßigen Sport ist es möglich, Gewicht zu verlieren. Zudem sollte das Rauchen eingestellt und auf Alkohol verzichtet werden.

In der Regel hilft eine Umstellung der Lebensführung allerdings nicht aus. Deshalb verschreibt der Arzt meist Medikamente, welche helfen sollen, die Erektionsfähigkeit wiederherzustellen.

 

Medikamente

PDE-5-Hemmer

Es gibt verschiedene Arten von PDE-5-Hemmern. Die Unterschiede liegen in der Wirkungsdauer und sie sollten 60 bis 90 Minuten vor der sexuellen Aktivität eingenommen werden. Diese Medikamente erweitern die Gefäße im Penis, wodurch dieser besser durchblutet wird. Dadurch tritt eine Erektion schneller ein und kann länger aufrechterhalten werden.

 

Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT)

Wenn die Nervenbahnen nicht intakt sein sollten, können PDE-5-Hemmer nicht angewandt werden. Bei dieser Art der Behandlung werden die Medikamente mit einer dünnen Nadel direkt in den Penis injiziert. Die Medikamente werden vom Patienten selbst kurz vor der sexuellen Aktivität in den Penis verabreicht. Dieses Verfahren ist meist schmerzfrei.

 

Andere Behandlungsmöglichkeiten

Vakuumpumpe (Vakuumerektionssysteme)

Bei einer Vakuumpumpe wird ein Zylinder auf den Penis aufgesetzt und durch eine Handpumpe wird ein Vakuum geschaffen. Durch den Bluteinstrom in den Penis kommt es zu einer Erektion. Kurz vor der Entfernung des Zylinders muss ein Gummiring an der Peniswurzel angebracht werden. Dieser Ring soll den Blutabfluss verhindern und somit die Erektion aufrechterhalten. Nach der sexuellen Aktivität muss der Ring entfernt werden, ansonsten besteht die Gefahr, den Penis und die Harnröhre zu schädigen.

Penisprothese (Schwellkörperimplantat)

Dieser Eingriff wird nur sehr selten durchgeführt. Vorteil einer Penisprothese ist die dauerhafte Aufhebung der Erektionsstörungen. Allerdings wird der Penis vollständig verändert, das Operations- und Infektionsrisiko ist hoch und zudem kann die Prothese verrutschen. Bei dieser Operation können verschiedene Prothesenarten in den Penis eingesetzt werden.

 

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Bei hormonellen Ursachen ist eine Hormontherapie sinnvoll. Zudem gibt es andere Medikamente, welche Erektionsstörungen zum Teil beheben. Eine weitere Behandlungsform ist die MUSE Methode, bei welcher ein Stäbchen in die Harnröhre eingeführt wird. Über die Harnröhrenwand nimmt der Schwellkörper das Medikament dann auf.

Die Ursachen sind unterschiedlich und die Form der Behandlung richtet sich nach der Diagnose Ihres Arztes. Dieser wird mit Ihnen alle Vor- und Nachteile der passenden Behandlungsmöglichkeiten besprechen und die beste für Sie auswählen.

Offene Gespräche mit Ihrem Arzt oder Partnerin/Partner helfen in solch einer Situation immens. Falls Sie an einer erektilen Dysfunktion leiden, welche schon länger als 6 Monaten besteht, sollten Sie deshalb dringend einen Urologen aufsuchen, welcher die nächsten Schritte mit Ihnen bespricht und Ihnen Erleichterung verschaffen kann.